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Zweiten Rettungswagen stationiert

zweiter_rtwDie First Responder der Glückstädter Feuerwehr haben es zu erst bemerkt: Ihre Anforderung zur Überbrückung der gesetzlichen Hilfefrist bis zum Eintreffen eines Rettungswagen ist seit Jahresbeginn gesunken. Rückten die Feuerwehr-Ersthelfer im ersten Quartal 2009 noch 30 mal aus, so waren es in diesem Jahr bislang erst 22 Einsätze. Aus gutem Grund: Seit Januar ist auf der Rettungswache an der Itzehoer Straße zumindest montags bis freitags tagsüber ein zweiter Rettungswagen stationiert. Vorangegangen war eine permanente Kontrolle der Fahrzeugvorhaltung durch die für den Rettungsdienst im Kreis Steinburg zuständige Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH). "Der Glückstädter Rettungswagen war tagsüber häufig nicht da", bestätigt deren Teamleiter, Volker Böhm. Eine seiner Aufgaben ist nämlich das Führen einer so genannten Ampeltabelle. "Wenn das Einsatzaufkommen einer Rettungswache drei Monate in Folge "rot" leuchtet, muss reagiert werden", verdeutlicht Böhm. Für den Rettungswachen-Standort Glückstadt in Zahlen ausgedrückt: Notfalleinsätze und Krankentransporte beliefen sich im Jahr 2009 auf insgesamt 2235. Tendenz: steigend. Entsprechend zeichnete sich im abgelaufenen Jahr eine Aufstockung der bis dato mit einem Rettungswagen und zwei Rettungsassistenten besetzten Wache an der Itzehoer Straße ab.

Man sei hinsichtlich der Fahrzeugvorhaltung immer mehr an die Grenze des Machbaren gekommen, dies auch vor dem Hintergrund der immer spezieller werdenden medizinischen Versorgung von Patienten durch den Rettungsdienst vor Ort. Zum besseren Vergleich: In der Elbestadt ist seit Jahrzehnten ständig ein Rettungswagen stationiert. Allerdings hat sich in den vergangenen Jahren das Einsatzaufkommen verdreifacht - und viele der Einsätze enden zwischenzeitlich nicht mehr im Glückstädter Krankenhaus, der heutigen Stadtklinik, sondern am Klinikum Itzehoe. Entsprechend häufig war die Glückstädter Rettungswache verwaist.

Dieses spezielle Glückstadt-Problem war dann auch mit ein Grund für die Feuerwehr, aus ihren Reihen eine First-Responder-Einsatzgruppe zu rekrutieren. "Glückstadt lag und liegt dauerhaft auf Notfall-Niveau, daher steht jetzt zwischen 7 und 16 Uhr ein zweites Fahrzeug einsatzbereit", sagt Böhm.

Gleichzeitig wurde einer der zwei Glückstädter Rettungswagen gegen ein Sprinter-Modell der neuesten Generation ausgewechselt. Was optisch zunächst kaum auffällt, denn das neue Fahrzeug hat nur mehr PS, ist einige Zentimeter länger und verfügt jetzt über eine Signal- und Warneinrichtung mit LED-Licht. "Eingeschaltetes Blaulicht bemerken Autofahrer jetzt auch bei Sonnenschein schon von weitem, es ist bedeutend heller", erklärt Glückstadts Rettungswagenleiter Norman Gercken. Eine große Hilfe für die Rettungsdienstler ist außerdem ein sich bereits mit Alarmierung automatisch programmierendes Navigationsgerät. "Wenn wir einsteigen, weiß das Auto bereits wo es hingeht", so Gercken. Wenn alle Fahrzeuge der RKiSH getauscht sind, soll schließlich noch eine Umrüstung auf GPS erfolgen. Dann könne die Rettungsleitstelle sogar sehen, wo man sich gerade befinde.

Der neuen Fahrzeug-Generation der RKiSH wird dennoch nur eine mittlere Lebenserwartung bescheinigt, wobei der Fahrgestell zwischendurch sogar einmal ausgetauscht werden muss. "Die Aufbauten halten zwei Mal so lange wie der Rest", erzählt Gercken. Was durchaus nachvollziehbar erscheint, wenn man bedenkt, dass alle Fahrzeuge der RKiSH im vergangenen Jahr statistisch gesehen, mit 3 471 277 Kilometern Fahrleistung rund 84 mal um die Welt gefahren sind. Spitzenreiter bei der Kilometerleistung war übrigens das in Itzehoe stationierte und auch nach Glückstadt ausrückende Notarzteinsatzfahrzeug. Zum 1. April ist Glückstadt zur Lehrrettungswache aufgestiegen. Ihr Rüstzeug erhalten angehende Rettungsassistenten von Martin Hinsch.


Norddeutsche Rundschau vom 09.04.2010
 

Spende für First Responder

first_responderDie First Responder haben 18 neue Overalls bekommen. Möglich wurde dies dank einer großzügigen Spende von Christian und Heike Püster, Inhaber der Gaststätte „Der Däne“. Sie gaben 1000 Euro. Hinzu kamen noch 800 Euro von einem Spender, der anonym bleiben möchte.

„Die neuen Anzüge sind eine große Freude für uns“, sagt Wehrführer Ties Tießen. Denn bisher mussten die First Responder in ihren normalen Einsatzanzügen der Feuerwehr ausrücken. „Sie sind zu schwer und zu warm – für den Zweck eigentlich ungeeignet.“ Denn die neuen Overalls können auch leichter angezogen werden, Privatsachen können darunter getragen werden. Wichtig auch, weil es bei jedem Einsatz für die Erst-Helfer um Minuten geht.

Weil die First Responder eine freiwillige Aufgabe der Feuerwehr sind und die Stadt Anschaffungen dieser Art nicht zahlt, ist die Feuerwehr umso dankbarer.

Christian und Heike Püster hatten es zufällig mitbekommen, dass die First Responder sich Overalls wünschen. „Diese Menschen tun viel für die Gemeinschaft, sie sind für den Bürger da“, begründet Christian Püster die großzügige Spende. Er und seine Frau hatten in ihrem Geschäft selbst erlebt, wie schnell die Feuerwehrleute da waren, als im vergangenen Sommer ältere Gäste Kreislaufprobleme bekamen.

Norddeutsche Rundschau vom 04.02.2010
 

Feuerwehr braucht neue Fahrzeuge

ndr13_01_10Einige Fahrzeuge sind alt, die Feuerwehr braucht in den kommenden Jahren neue. Ein entsprechendes Konzept hat Wehrführer Ties Tießen für die Politik aufgestellt. Die Mitglieder im Bauausschuss haben den Plan bereits zur Kenntnis genommen. "Ich bin froh, dass das Konzept akzeptiert wird. Auch in Hinblick auf den Bau des Elbtunnels", sagt Tießen. Denn die Feuerwehr müsse gerüstet sein. Nicht erst, wenn die Autobahn 20 und der Elbetunnel fertig seien, sondern bereits in der Bauphase.

Tießen möchte zunächst ein "Kombiauto" anschaffen. Ausgerüstet mit einem Computer, um Datenbanken zu transportieren - wichtig für Unfälle unter anderem in Fabriken, aber auch bei Gefahrguttransporten. Dieses Auto könnte gleichzeitig auch dazu dienen, die 30 Kinder der Jugendfeuerwehr zu Lehrgängen zu transportieren, sagt Tießen. "Wir brauchen nur eine Rückbank einbauen." Das Auto kostet 95 000 Euro, wurde von der Politik aber mit einem Sperrvermerk versehen. Denn Tießen soll erst Angebote einholen. Zudem ist unklar, ob es im Rahmen der Haushaltsberatungen für dieses Jahr in dieser Form schon angeschafft wird. Wie berichtet, klafft im Haushalt ein Loch von drei Millionen Euro, zwei Millionen sind es im Verwaltungshaushalt. Feuerwehrangelegenheiten sind Pflichtaufgaben und somit Sache des Verwaltungshaushaltes.

Teurer wird es 2011. Dann wird ein neues Löschfahrzeug für rund 350 000 Euro fällig. Das Gleiche gilt für ein weiteres Fahrzeug in der Preisklasse zwei Jahre später. "Beide Löschfahrzeuge sind nach dem Brandschutzbedarfsplan des Landes erforderlich", erklärt Tießen. Denn Glückstadt unterliege der Risikoklasse 5. Diese Fahrzeuge können dann aber auch für den künftigen Elbtunnel genutzt werden. Doch um dort alle Aufgaben abdecken zu können, würden die Fahrzeuge nicht ausreichen, erklärt Tießen.

Zurzeit sei Glückstadt die Stützpunktrolle bezüglich des Elbtunnels zugedacht. "Um technisch aufzurüsten, müsste sich aber der Betreiber des Tunnels finanziell beteiligen", sagt Tießen. Und dies würde ihn nicht davon entbinden, vor Ort eine hauptamtliche Tunnelfeuerwehr zu betreiben.

Gebraucht wird ein Wechselladerfahrzeug, ein Dreiachser mit Kranhaken für 198 000 Euro. "Mit Beginn des Tunnelbaues brauchen wir ihn, um unter anderem Geräte und Atemschutzgeräte zu transportieren." Denn der Tunnel hätte nicht die Höhe, um einen Kran aufbauen zu können.

 

Norddeutsche Rundschau vom 13.01.2010

 

Laternelaufen - 500 Kinder marschierten mit

LaterneRund 500 Kinder und mindestens ebenso viele Erwachsene hatten viel Vergnügen an dem Laternenumzug, den die Glückstädter Feuerwehr organisiert hatte. Begleitet vom Glückstädter Spielmanns- und Fanfarenzug sowie dem Spielmannszug Borsfleth zogen die großen und kleinen Marschierer mit vielen bunten Lampions sowie leuchtenden Fackeln durch die Innenstadt. Das der Umzug krankheitsbedingt ohne dem klingenden Spiel von Musikern aus Kiebitzreihe auskommen musste, tat der erwartungsvollen Stimmung weiter keinen Abbruch: Schließlich hatte der Wettergott mit der Feuerwehr sowie den Laternenläufern ein Einsehen gehabt und kurz nach 16 Uhr die Regenwolken vom Himmel verbannt. Bereits am späten Nachmittag war der Marktplatz von Feuerwehrleuten als Startplatz für einen der größten Laternenumzug in der Region mit Beleuchtung und gekennzeichneten Abmarschflächen hergerichtet worden. Als sich kurz vor 18.30 Uhr auf dem Marktplatz nur wenige hundert Personen aufhielten, zeigte sich Wehrführer Ties Tießen zunächst irritiert und leicht enttäuscht. "Im vergangenen Jahr war mehr los", so sein erstes Fazit. Doch dann öffnete sich die Tür der Stadtkirche. Dort hatten viele Kinder mit ihren Eltern zunächst an einem Kindergottesdienst teilgenommen. Zugführer Sven Kabel stimmte die teilweise mit selbstgebastelten Laternen erwartungsvoll auf dem Marktplatz stehenden Teilnehmer zunächst auf den Umzug ein.
Kabel vergaß dabei auch nicht lobende Worte an die Ortsverbände von SPD und CDU. Nur dank deren Spende konnte der Umzug überhaupt stattfinden. Beifall zollten die Anwesenden auch den Beamten der Polizei und sowie den Sanitätern von der DRK-Bereitschaft, die wieder für die Sicherheit der Laternenläufer sorgten. Im Schein zahlreicher Fackeln ging es dann endlich los, wobei der Spielmannszug Borsfleth mit dem Lied "Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne" die Marschierer zum Mitsingen anspornte. Auf dem Weg durch die Straßen schlossen sich immer mehr Teilnehmer spontan dem Umzug an.
Nach knapp 45 Minuten traf der Umzugstross dann an der Feuerwache ein. Dort hatten Feuerwehrleute die Fahrzeughalle geräumt und stattdessen Bierzelt-Garnituren aufgestellt. Heiß- und Kaltgetränke sowie Grillwurst fanden schnell ihre Abnehmer, so dass die Finanzierung des Laternenumzuges im kommenden Jahr gesichert sein dürfte.


Jürgen Kewitz - Norddeutsche Rundschau vom 16.11.2009

 

Leben retten ?

Christine
Wieviel ist ein Menschenleben wert? Diese Frage muss nicht beantwortet werden. Es ist unbezahlbar. Surfer, Segler und Schwimmer sind nur dankbar, wenn einmal ihr Leben gerettet worden ist. Umso unverständlicher ist es, wenn Politiker bei einer Summe von 100 000 Euro für ein neues Elbeboot der Feuerwehr "nein" sagen. Auch wenn die Mittel knapp sind.

Der Kreis würde 40 000 Euro zahlen, obwohl auch dort das Geld knapp ist. Hier geht es auch nicht um Schuld oder Nichtschuld derjenigen die verunglücken. Wer will dies beurteilen. Bekannt ist, dass die meisten Unfälle auf der Elbe bei schlechtem Wetter passieren. Das ist ein springender Punkt, denn dann riskieren auch die Feuerwehrleute mit ihrem heute kleinen Einsatzboot ihr Leben. Das ist auch die Sorge von Wehrführer Ties Tießen. Die meisten Einsätze der vergangenen Jahre sind genau genommen nicht auf Glückstädter Gebiet vorgekommen. Wie zum Beispiel beim Surfer, der vom Gebiet der Engelbrechtschen Wildnis aus losfuhr. Oder der Schwimmer, der im vergangenen Jahr vor Kollmar ertrank. Und dann gibt es noch die Segler. Eine Anmerkung noch: Solch ein Boot vorzuhalten, ist keine Pflichtaufgabe. Und zu Guter Letzt: Ein Schelm denk Böses, wenn er glaubt die Politiker haben das Boot abgelehnt, weil sie wissen, der Wehrführer geht auf Sponsorensuche.

Christine Reimers - Norddeutsche Rundschau vom 14.11.2009

 

Feuerwehr in Nöten: Politik lehnt neues Boot ab

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Lange hat Wehrführer Ties Tießen um ein neues Boot für Einsätze auf der Elbe gekämpft. In der ersten Runde hat er verloren: Der Bauausschuss lehnte die Investition jetzt ab. Ein Grund war, dass sich die Ämter Wilstermarsch und Horst-Herzhornnicht beteiligen wollen. "Wir fühlen uns finanziell überfordert", begründete Bürgermeister Gerhard Blasberg zu den 140 000 Euro, die das neue Boot kosten würden. Auch stellte er in Frage, wer die Schuld an den Einsätzen tragen würde. Manche würden leichtsinnig mit ihrem Leben umgehen. Insgesamt meinte er: Das neue Boot würde eine Verbesserung darstellen, aber für die Feuerwehrleute selbst keine optimale Sicherheit darstellen.  Dr. Manfred Lück (CDU) gab Blasberg recht und ging sogar noch einen Schritt weiter: "Ich habe keine Lust, die Kameraden rauszuschicken." Einsätze zum Beispiel ab Windstärke sechs seien zu gefährlich. "Ich werde das Boot ablehnen." Wehrführer Ties Tießen hatte zwar Verständnis für die finanzielle Lage der Stadt, erklärte aber zu den Personen, die er auf der Elbe retten muss: "Leichtsinn gibt es überall." Gegenüber unserer Zeitung erklärte der Wehrführer: "Wenn die Stadt mit Tourismus und einem Naherholungsgebiet wirbt, muss sie auch auf dem Wasser für Sicherheit sorgen." Und zur Aussage von Dr. Lück: "Dann dürften wir gar nicht mehr ausrücken. Es gibt immer ein Risiko, selbst beim Kellerbrand." Auch was der Bürgermeister anführte, wollte er so nicht stehen lassen: "Es kann von eigener Schuld gesprochen werden, aber wenn jemand Hilfe braucht, kann ich nicht sagen: Ich lasse ihn absaufen. Feuerwehrleute denken da anders. " Die Feuerwehr könne es auf Dauer aber nicht riskieren, die eigenen Leute zu gefährden. Denn das jetzige Einsatzboot ist zu klein und ab einer bestimmten Windstärke nicht seetauglich. Und eines stellt er klar: Wenn ein Einsatz von der Leitstelle kommt, sind die Feuerwehrleute verpflichtet auf die Elbe zu fahren. "Nur wenn die Eigengefahr zu hoch wird, dürfen wir abbrechen. Dies gilt auch bei Bränden." Das Einsatzgebiet der Glückstädter selbst ist auf der Elbe vom Bielenberger Hafen bis hin zur Störmündung. Es geht darüber hinaus, wenn Amtshilfe geleistet wird. Die beiden Ämter Wilstermarsch und Horst-Herzhorn wollten sich unter anderem finanziell nicht beteiligen, weil die Hälfte der Wasserfläche um die es geht, zu Glückstadts Aufgabengebiet gehört. Tießen: "Der Kreis sieht die Notwendigkeit des neuen Bootes und stellt für die Anschaffung 40 000 Euro zur Verfügung." Der Wehrführer will jetzt einen anderen Weg der Finanzierung gehen, der den Glückstädter Politikern durchaus bekannt ist: Er will Sponsoren für das Boot suchen. 100 000 Euro muss er auf diesem Wege zusammenbekommen. Eine nicht leichte Aufgabe, die ihm aber sehr wichtig ist. Das Geld soll über den Förderverein der Feuerwehr unter dem Stichwort "Elbeboot" eingeworben werden.

Norddeutsche Rundschau vom 14.11.2009

 

"Orkan 2009" - Großangelegte Deichsicherung

17 Wehren beteiligten sich am Sonnabend an der Übung, um für den Sturmflut-Ernstfall gewappnet zu sein.

Sturmflut1Über 200 Feuerwehrleute aus dem Amtsbereich Horst-Herzhorn, Glückstadt und aus Raa-Besenbek haben Sonnabend bei der mehrere Stunden dauernden Deichsicherungsübung "Orkan 2009" eine Sturmflutlage durchgespielt. Das Einsatzgebiet erstreckte sich dabei vom Krückau- bis zum Störsperrwerk, wobei sich der interessanteste Übungsabschnitt im Glückstädter Neuland befand.

Auf der dortigen zweiten Deichlinie hatten Mitarbeiter des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN), dem früheren Landesschutzdeich ordentlich zugesetzt und gaukelten den zur Deichsicherung anrückenden Feuerwehren erhebliche Sturmflutschäden vor.

Wind Südost, Stärke vier: Damit lag der Amtswehrführer vom Amt Horst-Herzhorn, Wolfgang Krause, bei seiner Wettereinschätzung voll daneben. Schließlich hatte Krause für Sonnabend eine schwere Sturmlage mit einer Sturmflut von 3,70 Meter über dem mittleren Hochwasser vorhergesagt. Andererseits konnten die ab 10 Uhr eintreffenden Retter dank dieses "meteorologischen Irrtums" ihre Arbeit unter Anleitung des LKN-Teams in Ruhe verrichten. "Im Ernstfall hätten wir maximal acht Stunden Zeit, um den Deich bis zum nächsten Hochwasser zu sichern", verdeutlichte Hauke Thoms vom Bauhof des LKN. Und das sei unter Sturmflutbedingungen nicht so einfach wie bei einer Übung. Sturmflut2Erfahrungsgemäß stehen die außendeichs vorgehaltenen Verteidigungswege noch unter Wasser beziehungsweise sind durch Treibsel unpassierbar. Die Folge: Pfähle, Faschinen, Sandsäcke sowie schwere Werkzeuge müssten auf dem inneren Deichverteidigungsweg abgeladen und von der Feuerwehr über den Deich zur Bruchstelle geschleppt werden. "Da ist man nach zwei Stunden platt wie eine Flunder", meinte Thoms.

Wichtig sei daher, dass immer genügend Personal zum Auswechseln bereit stehe. Dieser Punkt war vom Amtswehrführer beim "Orkan 2009" am Sonnabend auch hinreichend berücksichtigt worden. Zur Halbzeit erfolgte nämlich ein "Schichtwechsel", wodurch jeder Übungsteilnehmer sein Wissen in der "Kunst einer Deichsicherung" weiter vertiefen konnte.

"Es nützt nichts, Löcher im Deich wie wild mit Sandsäcken aufzufüllen, Wellen reißen die gleich wieder weg", erklärte LKN-Betriebshofleiter Siegfried Bornholdt. Diese müssten mit Pflöcken und gespanntem Draht gesichert werden, wobei Sandsäcke zur Arbeitsentlastung des Personals nur halb gefüllt sein sollten. An der "Baustelle" nebenan, erklärte das LKN, wie man eine durch Wellenaufschlag abgeschälte Grasnarbe wirkungsvoll flickt, nämlich mit einem durch Erdanker befestigten Gittervlies. Zwanzig Meter davon entfernt, sah der Deich dagegen besorgniserregend aus. Dort klaffte großflächig ein über 50 Zentimeter tiefes Loch im Deich. Schwerstarbeit für die Feuerwehr. Mit Hilfe einer tragbaren Motorramme wurden lange Pfähle in Zweireihe in die Deicherde getrieben und dazwischen mit gebundenem Reisiggestrüpp - sogenannten Faschinen - aufgefüllt.
Sturmflut3Ein weiterer Übungsschwerpunkt war der Aufbau des Funkverkehrs im Zwei-Meter-Band zwischen dem auf der Feuerwache in Horst agierenden, unter anderem aus dem Amtswehrführer sowie dem Oberdeichgraben bestehenden Einsatzstabes und den Einsatzkräften vor Ort. Dank eines auf dem alten Amtsgebäude in Herzhorn installierten Umwandlers klappte auch diese Bewährungsprobe nach Zusammenlegung der Ämter Herzhorn und Horst fast reibungslos.

Schließlich wurde am Sonnabend auch noch das Schließen von Deichstöpen entlang der zweite Deichlinie zwischen Neuendorf und Borsfleth geübt. So kümmerte sich die Glückstädter Feuerwehr um die Stöpe im Neuland, wobei diese zusätzlich durch lange und entsprechend schwere Stöpenbalken zu sichern war.

Nach über vier Stunden trafen sich alle Übungsteilnehmer in der Glückstädter Feuerwache. Dort folgte die obligatorische Manöverkritik. "Für die eingesetzten 17 Feuerwehren war es eine gelungene Veranstaltung und hat allen etwas gebracht", stellte Amtswehrführer Wolfgang Krause abschließend fest.


Jürgen Kewitz - Norddeutsche Rundschau vom 26.10.2009

 

Verbot für Himmelslaternen auch in Schleswig-Holstein

Kiel, 07.08.09 Leuchtende Papierlaternen am Nachthimmel werden über Schleswig-Holstein bald verschwunden sein. Am 28. August tritt ein Landesweites Verbot in Kraft, teilte Innenminister Rainer Wiegard gestern in Kiel mit. Von den Ballonen aus Reispapier, die von einem brennenden Wachsring erhitzt werden und bis zu 500 Meter hoch fliegen, gehe eine große Barndgefahr aus, begründete Wiegard die Entscheidung. Ein Verstoß wird als Ordnungswiedrigkeit geahndet und kann bis zu 10000 Euro Geldbuße nach sich ziehen. Himmelslaternen hatten durch unsachgemäße Handhabung in der Vergangenheit immer wieder Brände ausgelöst und sind in mehreren anderen Bundeländern bereits verboten.

 

Feuerwehr unterstützt bei der Super Sommertour-Party des NDR in Glückstadt

Die Sommertour der NDR 1 Welle Nord und des Schleswig-Holstein Magazins machte diesmal Station in Glückstadt. Am 01.08.2009 bei der Stadtwette zeigte sich, dass die Glückstädter tatsächlich das nötige Fortune haben. Auf der großen NDR Bühne präsentierten die Moderatoren Vèrena Püschel und Jan Malte Andresen Stars wie Haddaway, Freestyle, Mercie Cherie und die Hot Banditoz.

Die Stadtwette: 200 Ballon-Paare müssen zueinander finden.
Das schönste ist doch das Glück in der Liebe - und darum ging es auch in der traditionellen Stadtwette in Glückstadt. Der NDR wettete, dass es den Glückstädtern und ihren Gästen nicht gelingen würde, innerhalb von nur 20 Minuten mindestens 200 Paare vor die Bühne zu bringen, die eine identische Zahl auf ihrem Luftballon haben. Dazu wurden insgesamt 1.617 gasgefüllte Ballons verteilt. 808 in blauer Farbe an die männlichen Besucher und 809 Ballons in oranger Farbe an die weiblichen Besucher. Sowohl die blauen als auch die orangefarbenen Ballons trugen eine Nummer von 1 bis 808 beziehungsweise 809. Auf ein Startsignal hin hießt es dann: Suchen und Finden! Können sich unter so vielen Ballons mindestens 200 Luftballon-Paare in nur 20 Minuten finden? - ja ! dies war mit Hilfe einiger Feuerwehrkameraden, unter Einsatz eines  Megaphons möglich und so mußten die Moderatoren Vèrena Püschel und Jan Malte Andresen ihren Wetteinsatz einlösen und das Liebesduett "Something stupid" vortragen - live und unplugged!


Den Ausschnitt aus dem Schleswig-Holstein Magazin sehen sie hier:

http://www3.ndr.de/sendungen/s-h_magazin/videos/shmag2874.html

Sommertour

Weitere Bilder der Sommertour-Party sehen sie hier:

http://www.wellenord.de/veranstaltungen/sotourglueckstadt104.html

 
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