Spende für First Responder

first_responderDie First Responder haben 18 neue Overalls bekommen. Möglich wurde dies dank einer großzügigen Spende von Christian und Heike Püster, Inhaber der Gaststätte „Der Däne“. Sie gaben 1000 Euro. Hinzu kamen noch 800 Euro von einem Spender, der anonym bleiben möchte.

„Die neuen Anzüge sind eine große Freude für uns“, sagt Wehrführer Ties Tießen. Denn bisher mussten die First Responder in ihren normalen Einsatzanzügen der Feuerwehr ausrücken. „Sie sind zu schwer und zu warm – für den Zweck eigentlich ungeeignet.“ Denn die neuen Overalls können auch leichter angezogen werden, Privatsachen können darunter getragen werden. Wichtig auch, weil es bei jedem Einsatz für die Erst-Helfer um Minuten geht.

Weil die First Responder eine freiwillige Aufgabe der Feuerwehr sind und die Stadt Anschaffungen dieser Art nicht zahlt, ist die Feuerwehr umso dankbarer.

Christian und Heike Püster hatten es zufällig mitbekommen, dass die First Responder sich Overalls wünschen. „Diese Menschen tun viel für die Gemeinschaft, sie sind für den Bürger da“, begründet Christian Püster die großzügige Spende. Er und seine Frau hatten in ihrem Geschäft selbst erlebt, wie schnell die Feuerwehrleute da waren, als im vergangenen Sommer ältere Gäste Kreislaufprobleme bekamen.

Norddeutsche Rundschau vom 04.02.2010
 

Feuerwehr braucht neue Fahrzeuge

ndr13_01_10Einige Fahrzeuge sind alt, die Feuerwehr braucht in den kommenden Jahren neue. Ein entsprechendes Konzept hat Wehrführer Ties Tießen für die Politik aufgestellt. Die Mitglieder im Bauausschuss haben den Plan bereits zur Kenntnis genommen. "Ich bin froh, dass das Konzept akzeptiert wird. Auch in Hinblick auf den Bau des Elbtunnels", sagt Tießen. Denn die Feuerwehr müsse gerüstet sein. Nicht erst, wenn die Autobahn 20 und der Elbetunnel fertig seien, sondern bereits in der Bauphase.

Tießen möchte zunächst ein "Kombiauto" anschaffen. Ausgerüstet mit einem Computer, um Datenbanken zu transportieren - wichtig für Unfälle unter anderem in Fabriken, aber auch bei Gefahrguttransporten. Dieses Auto könnte gleichzeitig auch dazu dienen, die 30 Kinder der Jugendfeuerwehr zu Lehrgängen zu transportieren, sagt Tießen. "Wir brauchen nur eine Rückbank einbauen." Das Auto kostet 95 000 Euro, wurde von der Politik aber mit einem Sperrvermerk versehen. Denn Tießen soll erst Angebote einholen. Zudem ist unklar, ob es im Rahmen der Haushaltsberatungen für dieses Jahr in dieser Form schon angeschafft wird. Wie berichtet, klafft im Haushalt ein Loch von drei Millionen Euro, zwei Millionen sind es im Verwaltungshaushalt. Feuerwehrangelegenheiten sind Pflichtaufgaben und somit Sache des Verwaltungshaushaltes.

Teurer wird es 2011. Dann wird ein neues Löschfahrzeug für rund 350 000 Euro fällig. Das Gleiche gilt für ein weiteres Fahrzeug in der Preisklasse zwei Jahre später. "Beide Löschfahrzeuge sind nach dem Brandschutzbedarfsplan des Landes erforderlich", erklärt Tießen. Denn Glückstadt unterliege der Risikoklasse 5. Diese Fahrzeuge können dann aber auch für den künftigen Elbtunnel genutzt werden. Doch um dort alle Aufgaben abdecken zu können, würden die Fahrzeuge nicht ausreichen, erklärt Tießen.

Zurzeit sei Glückstadt die Stützpunktrolle bezüglich des Elbtunnels zugedacht. "Um technisch aufzurüsten, müsste sich aber der Betreiber des Tunnels finanziell beteiligen", sagt Tießen. Und dies würde ihn nicht davon entbinden, vor Ort eine hauptamtliche Tunnelfeuerwehr zu betreiben.

Gebraucht wird ein Wechselladerfahrzeug, ein Dreiachser mit Kranhaken für 198 000 Euro. "Mit Beginn des Tunnelbaues brauchen wir ihn, um unter anderem Geräte und Atemschutzgeräte zu transportieren." Denn der Tunnel hätte nicht die Höhe, um einen Kran aufbauen zu können.

 

Norddeutsche Rundschau vom 13.01.2010

 
Feuerwache_Glueckstadt
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Feuerwehr in Nöten: Politik lehnt neues Boot ab

boot

Lange hat Wehrführer Ties Tießen um ein neues Boot für Einsätze auf der Elbe gekämpft. In der ersten Runde hat er verloren: Der Bauausschuss lehnte die Investition jetzt ab. Ein Grund war, dass sich die Ämter Wilstermarsch und Horst-Herzhornnicht beteiligen wollen. "Wir fühlen uns finanziell überfordert", begründete Bürgermeister Gerhard Blasberg zu den 140 000 Euro, die das neue Boot kosten würden. Auch stellte er in Frage, wer die Schuld an den Einsätzen tragen würde. Manche würden leichtsinnig mit ihrem Leben umgehen. Insgesamt meinte er: Das neue Boot würde eine Verbesserung darstellen, aber für die Feuerwehrleute selbst keine optimale Sicherheit darstellen.  Dr. Manfred Lück (CDU) gab Blasberg recht und ging sogar noch einen Schritt weiter: "Ich habe keine Lust, die Kameraden rauszuschicken." Einsätze zum Beispiel ab Windstärke sechs seien zu gefährlich. "Ich werde das Boot ablehnen." Wehrführer Ties Tießen hatte zwar Verständnis für die finanzielle Lage der Stadt, erklärte aber zu den Personen, die er auf der Elbe retten muss: "Leichtsinn gibt es überall." Gegenüber unserer Zeitung erklärte der Wehrführer: "Wenn die Stadt mit Tourismus und einem Naherholungsgebiet wirbt, muss sie auch auf dem Wasser für Sicherheit sorgen." Und zur Aussage von Dr. Lück: "Dann dürften wir gar nicht mehr ausrücken. Es gibt immer ein Risiko, selbst beim Kellerbrand." Auch was der Bürgermeister anführte, wollte er so nicht stehen lassen: "Es kann von eigener Schuld gesprochen werden, aber wenn jemand Hilfe braucht, kann ich nicht sagen: Ich lasse ihn absaufen. Feuerwehrleute denken da anders. " Die Feuerwehr könne es auf Dauer aber nicht riskieren, die eigenen Leute zu gefährden. Denn das jetzige Einsatzboot ist zu klein und ab einer bestimmten Windstärke nicht seetauglich. Und eines stellt er klar: Wenn ein Einsatz von der Leitstelle kommt, sind die Feuerwehrleute verpflichtet auf die Elbe zu fahren. "Nur wenn die Eigengefahr zu hoch wird, dürfen wir abbrechen. Dies gilt auch bei Bränden." Das Einsatzgebiet der Glückstädter selbst ist auf der Elbe vom Bielenberger Hafen bis hin zur Störmündung. Es geht darüber hinaus, wenn Amtshilfe geleistet wird. Die beiden Ämter Wilstermarsch und Horst-Herzhorn wollten sich unter anderem finanziell nicht beteiligen, weil die Hälfte der Wasserfläche um die es geht, zu Glückstadts Aufgabengebiet gehört. Tießen: "Der Kreis sieht die Notwendigkeit des neuen Bootes und stellt für die Anschaffung 40 000 Euro zur Verfügung." Der Wehrführer will jetzt einen anderen Weg der Finanzierung gehen, der den Glückstädter Politikern durchaus bekannt ist: Er will Sponsoren für das Boot suchen. 100 000 Euro muss er auf diesem Wege zusammenbekommen. Eine nicht leichte Aufgabe, die ihm aber sehr wichtig ist. Das Geld soll über den Förderverein der Feuerwehr unter dem Stichwort "Elbeboot" eingeworben werden.

Norddeutsche Rundschau vom 14.11.2009

 

Leben retten ?

Christine
Wieviel ist ein Menschenleben wert? Diese Frage muss nicht beantwortet werden. Es ist unbezahlbar. Surfer, Segler und Schwimmer sind nur dankbar, wenn einmal ihr Leben gerettet worden ist. Umso unverständlicher ist es, wenn Politiker bei einer Summe von 100 000 Euro für ein neues Elbeboot der Feuerwehr "nein" sagen. Auch wenn die Mittel knapp sind.

Der Kreis würde 40 000 Euro zahlen, obwohl auch dort das Geld knapp ist. Hier geht es auch nicht um Schuld oder Nichtschuld derjenigen die verunglücken. Wer will dies beurteilen. Bekannt ist, dass die meisten Unfälle auf der Elbe bei schlechtem Wetter passieren. Das ist ein springender Punkt, denn dann riskieren auch die Feuerwehrleute mit ihrem heute kleinen Einsatzboot ihr Leben. Das ist auch die Sorge von Wehrführer Ties Tießen. Die meisten Einsätze der vergangenen Jahre sind genau genommen nicht auf Glückstädter Gebiet vorgekommen. Wie zum Beispiel beim Surfer, der vom Gebiet der Engelbrechtschen Wildnis aus losfuhr. Oder der Schwimmer, der im vergangenen Jahr vor Kollmar ertrank. Und dann gibt es noch die Segler. Eine Anmerkung noch: Solch ein Boot vorzuhalten, ist keine Pflichtaufgabe. Und zu Guter Letzt: Ein Schelm denk Böses, wenn er glaubt die Politiker haben das Boot abgelehnt, weil sie wissen, der Wehrführer geht auf Sponsorensuche.

Christine Reimers - Norddeutsche Rundschau vom 14.11.2009

 
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